Motorradfahren

Motorradtour Bayerwald

Kurvige, kleine Straßen gibt’s gleich vom Start weg, und sie führen über Erharting und Aresing Richtung Wald bei Winhöring. Nach kurzem flotten „Gewedel“ kommen wir nach Geratskirchen, wo’s richtig achterbahnmäßig weiter geht: bis Unterdietfurt jagt eine Kurve die nächste und die Route ist ein perfekter Einstieg in den Tag. Das nahe liegende Eggenfelden umfahren wir großzügig und schwenken auf die St 2108, die uns flott und – wie sollt’s anders sein? – weiter ordentlich kurvig nach Schönau bringt.

Hier lohnt es sich, bereits einen ersten Stopp einzulegen und per pedes das beeindruckende Wasserschloss, dessen älteste Teile auf das 15. Jahrhundert zurückgehen, und den weitläufigen Park zu umrunden. Anschließend bleiben wir weiter auf der St 2108, die wir erst kurz vor Uttigkofen verlassen und Richtung Haidenburg abbiegen. Im folgenden Aidenbach ließe sich ein Fotostopp beim Hauptsitz von „Stadler Motorradkleidung“ einlegen – und bei etwas Glück treffen wir sogar Chef oder Chefin. Wo sich mehr als ein Fotostopp lohnt, ist am Marktplatz des Ortes: eine gemütliche Eisdiele am pittoresken langezogenen Platz lädt zur Kaffee- bzw. Eispause ein.

Es ist kaum eine Überraschung wie’s weitergeht: kurvig – richtig! Das Geschlängel bringt uns über Ortenburg und Galla nach Sandbach, wo’s ein bisschen abenteuerlich wird: eine Seilfähre steht für die Überfahrt über die Donau bereit. Und wenn nicht gerade ein fetter Schleppverband für ordentliche Wellen sorgt, ist es eine sehr angenehme und gemächliche Aktion. Und man kann’s kaum glauben: auch nördlich der Donau bietet die Route eine Menge perfekter Kurven – und auch die ein oder andere Überraschung, wie das „Waidler Stonehenge“ bei Fürstenstein.

Gar nicht weit davon lohnt sich der nächste Stopp: das bekannte Wirtshaus „Mühlhiasl“ im ebenso bekannten „Museumsdorf Bayerischer Wald“ bietet in rustikalem Ambiente deftige, g’schmackige Kost. Frisch gestärkt cruisen wir zum nächsten bekannten „Hotspot“, obwohl der eher für die Kälte, Schnee und Eis bekannt ist: Der Kessel von Loh, der Austragungsort des berühmten „Elefantentreffens“, wartet auf uns und zeigt in sommerlichem Grün nicht viel von seinem spektakulären Ruf.

Kurz darauf erreicht die Route in Mitternach ihren nördlichsten Punkt und es geht – natürlich ziemlich kurvig – auf gutem Asphalt über Eberhardsreuth, Haus im Wald und Perlesreut nach Fürsteneck. Und plötzlich reibt man sich die Augen „PRAG“ steht auf dem Ortsschild und veranlasst bei dem ein oder anderen Kopfschütteln.

Fast noch größer wird dies, wenn ein paar Kilometer später der Wegweiser nach „MÜNCHEN“ auftaucht und die Route tatsächlich in – nein nicht die bayerische Landeshauptstadt – sondern die kleine Ortschaft im Gemeindegebiet von Hutthurm führt.

In Hutthurm selbst schwenken wir wieder auf kleinere Straßen, überqueren die Ilz und können kurze Zeit darauf die beiden anderen Flüsse, die Passau zum Namen „Dreiflüsse-Stadt“ verhelfen – die Donau und den Inn – vom „Oberhaus“, dem spektakulär gelegenen Restaurant mit stets gut besuchtem Biergarten, begutachten. Etwas später cruisen wir schon der Donau entlang, überqueren diese kurz darauf ganz unspektakulär über eine ordinäre Brücke und wedeln flüssig durchs Rottal, wobei wir auch die bei Golfern und Thermalfreunden mehr als bekannten Orte Bad Griesbach und Bad Birnbach streifen.

Wir tun aber weder was für unser Handicap noch genießen wir die heilende Wirkung der Thermen, wir genießen weiterhin die faszinierende Routenführung über Triftern, Zimmern und Wurmannsquick und erfreuen uns nach fast 300 Kilometern im Biergarten vom „PAULIWIRT“ am kulinarischen Angebot!